Du reflektierst dich ständig. Aber was, wenn genau das irgendwann zum Problem wird?
War ich zu empfindlich? Habe ich überreagiert? War meine Erwartung zu hoch? Ist das gerade ein Trigger? Habe ich die Situation falsch wahrgenommen – oder bilde ich mir das alles nur ein?
Selbstreflexion gilt als etwas Gutes. Wir sollen unsere Muster erkennen, Verantwortung übernehmen, an uns arbeiten und unsere Reaktionen hinterfragen.
Aber kaum jemand spricht darüber, was passiert, wenn aus Selbstreflexion Selbstzweifel, Overthinking und irgendwann Selbstzerlegung werden.
Wenn du nicht mehr fragst:
„Was kann ich daraus über mich lernen?“
sondern immer häufiger:
„Was stimmt eigentlich mit mir nicht?“
In dieser Folge von Gedankenkotze geht es genau um diese Grenze.
Warum hinterfragen manche Menschen sich selbst so extrem? Warum fällt es uns manchmal leichter, das Verhalten aller anderen zu verstehen, als unseren eigenen Gefühlen zu vertrauen? Und warum kann gerade bei ADHS das ständige Hinterfragen der eigenen Wahrnehmung eine verdammt große Rolle spielen?
Und dann ist da noch ein Gedanke, der mich nicht mehr losgelassen hat:
„Treffe ich plötzlich andere Menschen – oder nehme ich andere Menschen plötzlich wahr?“
Denn wenn wir anfangen, uns selbst besser zu verstehen, verändert sich etwas.
Unsere Grenzen verändern sich.
Unsere Beziehungen verändern sich.
Was wir tolerieren, verändert sich.
Und manchmal verändern sich scheinbar sogar die Menschen, die uns begegnen.
Aber vielleicht sind plötzlich gar nicht „die richtigen Menschen“ da.
Vielleicht erkennen wir sie nur zum ersten Mal.
Wir sprechen darüber, warum echte Selbstreflexion manchmal ein Gegenüber braucht, das unsere Wahrnehmung erweitert, ohne sie uns abzusprechen. Darüber, warum zwei unterschiedliche Wahrnehmungen gleichzeitig existieren dürfen. Und darüber, wie wir unseren eigenen Anteil erkennen können, ohne automatisch die gesamte Schuld bei uns zu suchen.
Eine ehrliche Folge über Selbstreflexion, Selbstzweifel, Overthinking, ADHS, Wahrnehmung, Beziehungen, Grenzen und alte Muster – und über die vielleicht wichtigste Frage:
Hilft mir meine Selbstreflexion gerade, mich besser zu verstehen – oder sorgt sie dafür, dass ich mir selbst immer weniger vertraue?
Vielleicht geht es am Ende nämlich gar nicht darum, ein anderer Mensch zu werden.
Vielleicht geht es darum, sich selbst zum ersten Mal wirklich wahrzunehmen.
🎙️ Gedankenkotze – ehrlich, ungefiltert und mitten aus dem Kopf.
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Automatisch erstellt – kann Hörfehler enthalten.
Ich habe die letzten zwei Tage über etwas nachgedacht und eigentlich ist das auch wieder so ein klassischer Fall von, Achtung, ich denke über etwas nach und dann denke ich darüber nach, warum ich darüber nachdenke. Und dann denke ich darüber nach, ob die Art, wie ich darüber nachdenke, eigentlich gesund ist. Und irgendwann sitze ich da und denke, alter Verwalter, oje, ganz ehrlich, vielleicht sollten wir einfach alle mal aufhören zu denken, das wäre es, oder? Ich muss echt lachen, ich weiß, wir können nicht aufhören zu denken, aber genau deshalb. Wird diese Folge jetzt entstehen? Weil darüber werde ich reden.
Denn ich rede ja total oft über Selbstreflexion, ne?
Und ich glaube, da steckt so viel drin. So dieses, du musst dich reflektieren, du musst deine Muster erkennen, du musst schauen, was dein Anteil ist. Oh, was weiß ich, was gibt es noch? Du musst deine Träger verstehen. Am besten deine Kindheit, deine Bindungsmuster, deine Reaktionen.
Jetzt kommt ein wichtiger Punkt, finde ich, deine Bedürfnisse, deine Grenzen. Und grundsätzlich finde ich das ja auch total wichtig, ja? Ich glaube sogar, dass Selbstreflexion unglaublich viel verändern kann. Aber inzwischen frage ich mich echt so, was ist Selbstreflexion oder wann, Entschuldigung, oder wann ist Selbstreflexion überhaupt gesund? Und wann wird daraus langsam so eine Selbstzerlegung?
Wisst ihr, wie ich meine?
So, wann höre ich auf, mich verstehen zu wollen? Und wann fange ich an, permanent nach dem Fehler in mir zu suchen? Ich meine, dieses, ich habe doch nur reflektiert, ja? Vielleicht kennst du das ja. Irgendwas passiert zwischen dir und einem anderen Menschen, ja?
Ein Streit oder eine komische Situation. Es kann auch sein, jemand zieht sich zurück oder jemand reagiert einfach anders, als du irgendwie erwartet hast. Und dein Gehirn startet doch sofort mit dem, war ich zu viel, habe ich etwas falsch gemacht, hätte ich anders reagieren müssen, vielleicht war meine Erwartung zu falsch. Wobei, Erwartungen, ganz ehrlich, ich weiß, wir sollen keine Erwartungen haben, dann wird man auch nicht enttäuscht. Aber ich finde, da darf man ganz viel auseinanderfriemeln, wo man Erwartungen haben darf und wo nicht.
Aber das wäre auch eine Folge. Machen wir das jetzt hier mit rein oder machen wir? Nein, weiß ich noch nicht. Kann sein, dass ich abschweife, also es tut mir jetzt schon leid. Aber ja, Erwartungen halt, ne?
Sind meine Erwartungen falsch? Oder war meine Grenze übertrieben? Und die Frage stelle ich mir zum Beispiel auch total oft, weil ich manchmal gar nicht weiß, wo und wie meine Grenzen oder was meine Grenzen sind. Und weil ich Jahrzehnte keine Grenzen gesetzt habe, weiß ich nie, ob das überhaupt Grenzen sind und ob die vielleicht übertrieben sind. Weißt du, wie ich meine?
Oder bin ich vielleicht gerade getriggert und ich hasse das Wort getriggert mittlerweile so sehr, ne? Boah, bleh. Aber was soll man andere sagen, ne? Ähm, ich frage mich auch ganz oft, ist das irgendwie ein altes Muster von mir?
Und ja, klar kann das total gesund sein, sich diese Fragen zu stellen. Ne? Das Problem aber, finde ich, manche von uns stellen sich diese Fragen halt nicht nur einmal.
Wir stellen sie uns hundertmal. Und irgendwann geht es gar nicht mehr darum, eine Situation zu verstehen, weil dann versuchen wir, eine Version der Geschichte zu finden, in der endlich alles Sinn ergibt.
Und irgendwann ist doch oft die einfachste Erklärung, ähm, dann bin ich wahrscheinlich einfach das Problem. Und das fühlt sich sogar komischerweise irgendwie sicher und richtig an. Denn wenn ich das Problem bin, kann ich mich ja verändern. Wenn ich mich verändern kann, habe ich die Kontrolle.
Aber jetzt mal, was ist denn, wenn ich gar nicht das Problem bin? Oder, oder zumindestens nicht alleine. Was ist denn, äh, wenn manchmal einfach zwei, zwei, ähm, ähm, Wahrnehmungen nebeneinander existieren? Was ist, wenn jemand anderes auch einen Anteil hat?
Oder was ist denn, wenn eine Situation tatsächlich unfair war? Was ist, wenn, wenn meine Grenze vollkommen okay war? Und was ist, wenn ich trotzdem reflektiert sein kann, ohne dafür, mich auseinanderzunehmen?
Weil Selbstreflexion und ich sage jetzt mal Selbstzweifel, weil was ich gerade gesagt habe, sind ja mit auch Selbstzweifel, sehen sich auch verdammt ähnlich. Ich glaube, das ist eine Sache, die ich, die ich zum Beispiel lange nicht verstanden habe. Dass Selbstreflexion und Selbstzweifel von außen verdammt ähnlich aussehen. Weil beides stellt ja, stellt ja Fragen. Beides schaut ja nach innen.
Beides sind der Frage, dass das eigene Verhalten, ne? Aber für mich gibt es inzwischen da einen riesigen Unterschied. Weil, ich kann euch Beispielen, eine gesunde Selbstreflexion, ja? Da fragt man sich zum Beispiel, was kann ich daraus über mich lernen? Und, ähm, Selbstzerlegung, ne, wäre, was stimmt mit mir nicht?
Eine gesunde Reflexion lässt mehrere Möglichkeiten zu, ne? Vielleicht habe ich da etwas falsch gemacht zum Beispiel. Vielleicht war es der andere. Vielleicht waren es auch beide. Oder vielleicht war es niemand.
Und vielleicht haben einfach zwei Menschen unterschiedliche Bedürfnisse.
Ja, und Selbstzweifel dagegen kennt meistens schon die Antwort. Und die Antwort lautet, ich. Ja, ich war zu empfindlich. Ich war zu emotional. Ich habe zu viel erwartet.
Ich habe etwas falsch verstanden. Ich hätte anders reagieren müssen. Und irgendwann reflektierst du nicht mehr dein Verhalten. Du stellst deine komplette Wahrnehmung in Frage. Das ist ein Unterschied.
Und ich weiß, ich weiß genau, wovon ich hier rede. Und mir passiert das, mir passiert das auch immer noch. Und gerade gestern und heute nur, nur.
Weil jetzt kommen wir noch zu dem Punkt mit ADHS. Gerade bei ADHS finde ich, finde ich das jetzt richtig interessant, weil viele von uns ja schon sehr früh gelernt haben. Und ich weiß, ich wiederhole mich von Folge zu Folge. Und ihr könnt es wahrscheinlich nicht mehr hören. Aber es ist ja so.
So dieses, du bist zu laut, zu impulsiv, zu emotional, zu chaotisch, zu unkonzentriert, zu empfindlich. Du reagierst über. Du musst dich mehr zusammenreißen. Und wenn du solche Rückmeldungen ja lang doch bekommst, dann lernst du doch irgendwann einfach nur etwas. Du lernst nicht etwas, du lernst nicht nur, ich sollte mein Verhalten reflektieren, sondern du lernst ja möglicherweise, meine erste Wahrnehmung ist wahrscheinlich falsch.
Und dann passiert etwas Zwischenmenschliches. Und bevor wir überhaupt fragen, so dieses, was normal wäre, so wie ging es mir damit, fragen wir direkt, was habe ich falsch gemacht? Und jetzt könnt ihr mir nicht sagen, dass das das Gleiche ist. Ja, das ist nicht dasselbe. Und ich glaube, gerade Menschen, die sehr viel wahrnehmen, ja, sehr empathisch sind, vielleicht auch ADHS haben, hochsensibel sind oder einfach sehr früh gelernt haben, Stimmung im Raum zu lesen.
Die können unglaublich gut darin werden, andere Menschen. zu verstehen. Manchmal so gut, dass sie jeden Menschen verstehen, außer sich selbst. Also wir finden für jeden eine Erklärung. Der hatte eine schwere Kindheit, die hat Bindungsangst, der ist gerade total überfordert, der meint das bestimmt überhaupt nicht so. Der kann halt Gefühle nicht so zeigen. Und irgendwann sitzen wir da und haben für das Verhalten von 17 anderen Menschen einfach nur Verständnis. Ja, werden wir uns aber selbst erklären, warum unsere eigenen Gefühle leider gerade unpraktisch sind. Das ist doch wahnsinnig, das ist doch irre, das kann doch nicht sein. Das gibt es doch nicht. Und wisst ihr, ich habe mich jetzt dann halt auch gefragt oder so drüber nachgedacht, kann man sich eigentlich komplett alleine reflektieren? Weil ich glaube schon, so bis zum gewissen Punkt, ja, natürlich, weil ich mache das nur, würde ich sagen. Aber wir haben doch alle irgendwo schon, wie soll ich das sagen jetzt, so wie Lücken, ja. Weil wir sehen die Welt durch unsere Erfahrungen, ja, durch unsere Verletzungen, mit unseren Erwartungen, unserer Geschichte. Und deshalb kann doch ein anderer Mensch unglaublich wertvoll sein, oder? Nicht, weil dieser Mensch mir dann sagt, was richtig ist, sondern weil er mir etwas zeigen kann, dass ich alleine vielleicht überhaupt nicht sehe. Ein gutes Gegenüber, ja, sagt für mich nicht, ähm, nein, das bildest du dir ein. Oder das siehst du falsch. Sondern vielleicht eher so, interessant, ich habe das anders wahrgenommen. Und plötzlich liegen da zwei Wahrnehmungen auf dem Tisch. Meine und deine. Und wir müssen nicht sofort entscheiden, welche davon gewinnt. Vielleicht erweitert deine Perspektive ja auch einfach nur meine. Und vielleicht erweitert meine deine. Vielleicht merken wir ja dann sogar einfach nur so, ach krass, guck an, wir haben ja beide etwas völlig anderes, äh, völlig anders reagiert. Ja, aber das ist für mich zum Beispiel Reflexion. Nicht dieses einer besitzt die Welt und der andere muss seine Wahrnehmung korrigieren. Und, ähm, jetzt kommt auch die Frage, die mich, die mich überhaupt nicht loslässt. Seit ich angefangen habe, mich wirklich mit mir äh, äh, auseinanderzusetzen, ja, habe ich das Gefühl, dass ich anderen Menschen begegne. Geht es euch auch so?
Menschen, mit denen Gespräche plötzlich irgendwie anders sind. So tiefer, ehrlicher. Menschen, bei denen ich Dinge aussprechen kann und merke so, oh, guck an, du denkst ja echt auch so. Und irgendwann habe ich mich so gefragt, warum treffe ich diese Menschen eigentlich erst jetzt? Wo wart ihr denn bitte die letzten, ähm, knapp fast 42 Jahre? Und dann kam bei mir so ein anderer Gedanke auch. Vielleicht treffe ich gar nicht plötzlich diese anderen Menschen. Vielleicht nehme ich andere Menschen plötzlich einfach besser wahr. Und dieser Gedanke hat bei mir, ähm, mit mir irgendwie schon was gemacht, ja. Treffe ich plötzlich andere Menschen oder nehme ich andere Menschen plötzlich wahr. Vielleicht waren diese Menschen ja schon immer da. Aber vielleicht hatte ich sie früher gar nicht erkannt. Vielleicht hätte ich einen ruhigeren Menschen oder einen sicheren Menschen früher total langweilig gefunden. Vielleicht hätte ich Tiefe gar nicht zugelassen. Vielleicht hätte ich bestimmte Gespräche erst gar nicht geführt. Vielleicht hätte ich jemanden, der meine Grenzen respektiert, gar nicht als besonders wahrgenommen, weil ich ja selbst meine Grenzen noch nicht kannte. Und auch andersherum. Vielleicht verlieren wir bestimmte Menschen plötzlich, ähm, oder, oder ihre Anziehungskraft, ne. Nicht, weil sie, weil sie sich verändert haben, sondern weil ich mich verändert habe. Weil wir suchen ja eigentlich immer das, was, ähm, uns vertraut ist, ne.
Weil, weil wir das ja jetzt nicht anders kennen, ne. Und das finde ich, finde ich halt, ist jetzt schon eher so ein unbequemer Gedanke. Aber, ähm, habt ihr das vielleicht auch wahrgenommen, wie oft, also ich sehe das halt oft auch bei Instagram und so, dieses, wir sagen ja ganz oft, warum gerade ich immer an denselben Menschen. Ich sehe das total oft bei anderen auch, dass, äh, darüber wird ja ganz viel, ne. Ähm, oder warum passieren mir immer dieselben Beziehungsmuster?
Oder warum lande ich denn immer wieder in so ähnlichen Situationen? Äh, vielleicht suchen wir gar nicht bewusst danach. Aber vielleicht erkennen wir Vertrautes einfach nur schneller. Nicht unbedingt Gesundes Vertrautes, ne. Das ist ein Unterschied. Aber wenn ich gelernt habe, dass ich um Nähe kämpfen muss, dann fühlt sich jemand, bei dem ich kämpfen muss, möglicherweise einfach intensiver an. Und wenn ich gelernt habe, mich ständig erklären zu müssen, dann fühlt sich erklären einfach für mich normal an. Wenn ich gelernt habe, meine Bedürfnisse hinten anzustellen, dann fällt mir möglicherweise gar nicht auf, wenn jemand sie permanent übergeht. Bis ich aber anfange, mich selbst zu verstehen. Und plötzlich denke ich dann, Moment mal, das fühlt sich aber gar nicht gut an. Und gleichzeitig sehe ich Menschen, die ich früher vielleicht hätte übersehen. Weil mein inneres Suchraster sich ja auch einfach verändert hat. Und jetzt nicht unbedingt die Welt, sondern mein Blick auf diese Welt. Aber auch das kann so eine Falle werden. Weil jetzt kommt auch die andere Seite. Denn wenn wir anfangen, uns zu reflektieren, können wir uns auch darin verlieren. Und ich bin ein Meister da drin. Weil dann wird zum Beispiel jeder Streit zu einem Bindungsmuster. Jede schlechte Stimmung wird zum Trigger. Und jeder Mensch bekommt irgendein Stempel auf die Stirn. Und jedes Gefühl muss natürlich analysiert werden. Klar, oder? Aber manchmal bist du einfach vielleicht gar nicht getriggert.
Manchmal findest du etwas einfach nur Scheiße. Du wirst es nicht glauben, aber es ist so. Manchmal findest du einfach etwas Scheiße. Manchmal ist es kein Kindheitstrauma. Manchmal hat jemand einfach deine Grenze überschritten. Und manchmal muss man auch nicht drei Stunden darüber nachdenken, warum man gerade genervt ist. Vielleicht ist man einfach genervt. Und ganz ehrlich, ich glaube, Selbstreflexion darf uns nicht weiter von unserem Gefühl entfernen. Eigentlich sollte sie uns näher hinbringen. Also woran merke ich also, ob Reflexion mir gerade gut tut? Vielleicht gar nicht daran, wie viel ich nachdenke, sondern daran, was danach passiert. Verstehe ich mich anschließend besser oder vertraue ich mir weniger? Bin ich klarer oder bin ich verwirrter? Kann ich meinen Anteil sehen, ohne automatisch die komplette Verantwortung zu übernehmen? Kann ich sagen, ja, da habe ich Mist gebaut, ohne gleich daraus zu machen. Ich bin Mist. Ich kann meine andere Perspektive oder ich, ja, ich kann meine andere Perspektive ja mir anhören, ohne meine sofort wegzuwerfen. Und vielleicht ist das für mich inzwischen einer der wichtigsten Fragen überhaupt. Führt meine Reflexion zu mehr Verständnis für mich oder zu mehr Misstrauen gegen mich. Denn wenn ich nach drei Stunden Nachdenken weniger weiß, was ich fühle als vorher, dann habe ich mich vielleicht nicht reflektiert. Vielleicht habe ich mich einfach nur zerlegt. Ja, und vielleicht verändern sich deshalb auch unsere Menschen. Vielleicht ist Selbstfindung gar nicht dieser eine große Moment. Jetzt weiß ich endlich, wer ich bin. Vielleicht verändert sich einfach Stück für das, was wir wahrnehmen. Was wir vielleicht auch tolerieren. Was wir suchen, was wir brauchen. Einfach was sich vertraut anfühlt. Und vielleicht begegnen uns deshalb irgendwann andere Menschen. Oder wir erkennen sie endlich. Menschen, bei denen wir nicht permanent beweisen müssen, dass unsere Wahrnehmung berechtigt ist.
Menschen, die sagen können, ich sehe das anders, ohne daraus zu machen, du siehst es falsch. Menschen, mit denen Reflexion nicht bedeutet, dass das einer gewinnt oder einer verliert, sondern dass zwei Menschen Menschen vielleicht nicht mehr bezogen. Und vielleicht nicht mehr so ist es wichtig. Aber wir haben noch nie gehört. Menschen, mit denen ich noch einmal sage, dass sie also auf die Plattform wieder clothieren, wenn es sich letztendlich ein bisschen mehr verstehen als vorher.
Und vielleicht ist das jetzt mein Gedanke, den ich dir heute da lasen möchte. Reflektiere dich, ja. Schau auf deine Muster. Übernimm Verantwortung für das, was wirklich deins ist. Entschuldige dich, wenn du jemanden verletzt hast.
Verändere Dinge, wenn du merkst, dass sie dir oder anderen nicht gut tun. Aber bitte, mach dich nicht automatisch zum Täter jeder Geschichte. Nur weil du bereit bist, dich selbst zu hinterfragen. Selbstreflektion sollte nicht dich kleiner machen. Sie sollte dich klarer machen.
Und vielleicht musst du heute gar nicht mehr beantworten, warum bestimmte Menschen plötzlich in deinem Leben auftauchen. Vielleicht reicht aber auch erstmal diese Frage. Treffe ich plötzlich andere Menschen oder nehme ich andere Menschen plötzlich wahr? Und vielleicht gilt genau dieselbe Frage auch einfach für uns selbst. Bin ich plötzlich ein anderer Mensch geworden?
Oder nehme ich mich zum ersten Mal wirklich wahr?
Ja, damit lasse ich euch jetzt alleine. Viel Spaß beim Weiterdenken. Habt einen wunderschönen Tag. Das war Gedankenkotze und passt auf euch auf und habt eine schöne Zeit.
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Angie begleitet Menschen mit ADHS, Hochsensibilität und intensivem Erleben persönlich – ehrlich, nah und ohne Perfektionsdruck.
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